eGNOSIS

nacisnij by powiekszyc

Sex Puncta Theosophica.
Oder von Sechs theosophischen Punkten hohe und tiefe Gründung

Jakob Böhme

Jakub Boehme (1575-1624), jeden z najg³oœniejszych mistyków i teozofów niemieckich, urodzony w £u¿ycach Górnych, szewc i samouk, który, nauczywszy siê czytaæ, nie zna³, podobno, innej ksi¹¿ki prócz Pisma œw. Wiód³ ¿ycie nader bogobojne, pe³ne prostoty i prawdy. Nawiedzany kilkakrotnie w ¿yciu jakimœ nadprzyrodzonym nakazem pisania, utworzy³ ca³y szereg dzie³, sk³adaj¹cy siê na ca³kowity systemat mistyczno-religijny o podk³adzie racjonalistyczno-protestanckim. Krytyka póŸniej dopiero zwróci³a uwagê na te prace, zaœ filozofowie niemieccy Jacobi i Hegel po³o¿yli go nawet na czele nowo¿ytnej filozofji niemieckiej.

 

[Nota pochodzi z wydania z 1922 roku  Misterium ziemskiego i niebieskiego.]

 

Obok zamieszczamy pe³ny niemiecki orygina³ Sex Puncta Theosophica Boehmego, wed³ug wydania z 1921 roku.

 

Szeœæ punktów teozoficznych
 

1. Punkt
2. Punkt
3. Punkt
4. Punkt
5. Punkt
6. Punkt

 

 

 

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DER VIERTE PUNKT

 

Wie der heilige und gute Baum des ewigen Lebens aus allen Gewächsen der drei Principien aus und durchwachse, und von keinem ergriffen werde.

 

Das 5. Capitel

 

1. Ein Ding, das in sich wohnet, mag von nichts gefaßt werden, denn es wohnet in Nichts; es ist nichts vor ihm, das es ergreifen mag, und ist auch von dem Dinge, das außer ihm ist, frei.

2. Also geben wir euch zu verstehen von der göttlichen Kraft und Licht, die wohnet in sich selber und ist in nichts eingefaßt, nichts berühret sie, es sei denn dessen Eigenschaft. Sie ist in der Natur allenthalben, doch berühret sie die Natur nicht (verstehe die äußere Natur der Welt). Sie scheinet darinnen gleich wie die Sonne in den Elementen; die Sonne scheinet ins Wasser, auch ins Feuer, und durch die Luft und wird doch von keinem ergriffen noch gehalten: Sie gibt allen Wesen Kraft, und machet die essentialischen Geister lieblich und freudenreich. Sie zeugt mit ihrer Kraft die Essenz aus der Erde, und nicht allein die Essenz, sondern auch das Wesen der Essentien, wellches aus der Essenz einen Leib gibt.

3. Was nun die Sonne im dritten Principio tut, in dem sie alle feindliche Essenz und Qual in Sanftmut verwandelt, das tut Gottes Licht in den Gastalten der ewigen Natur.

4. Es scheint in die Gestalten und auch aus den Gestalten; das ist, es zündet die Gestalten der Natur an, daß sie alle des Lichts Willen bekommen, und sich dem Lichte aneignen und sich ihm ganz einergeben: Das ist, sie ersinken aus ihrer eigenen Essenz, und werden als hätten sie keine Macht in sich, begehren allein des Lichtes Kraft und Macht; also nimmt das Licht ihre Kraft und Macht in sich, und scheinet aus derselben Kraft. Also kommen alle Gestalten der Natur zum Lichte, und ist das Licht mit der Natur ein Wille, und bleibt das Licht Herr.

5. Sonst wo die Willen in den strengen Gestalten der Nature wollen Herr sein, so ist eine Trennung, und eine ewige Feindschaft; denn eine Gestalt feindet immer die andere an, eine jede erhebt sich, davon kommt die Widerwärtigkeit, daß eine Creatur also böse, zornig und feindig ist, daß oft das Leben in ihm selber streitig ist.

6. Und wie wir nun erkennen, daß das Licht dem strengen Leben der Natur, den Eigenschaften der Essentien zu Hilfe kommt, daß also ein fröhlich Leben entstehet, und sich also im Lichte verändert, also erkennen wir auch, daß das Leben der finsteren Grimmigkeit des Lichtes Feind ist, denn es kann das Licht nicht fangen: Das ewige Licht scheint durch die Finsternis, und die Finsternis kanns nicht begreifen, denn die Vielheit der Willen in der finstern Natur sind alle im Tode geschlossen, das Licht scheinet nicht in sie, sondern durch sie; sie fangen noch sehen das Licht nicht: Wir verstehen und erkennen, daß gleichwohl das Licht in der finstern Welt ist; aber es erfüllt nicht die Finsternis, darum bleiben die Essentien der finstern Welt ein feindlicher Gift und Tod, da sich die Essentien selber inne feinden.

7. Und also sind drei Principia in einander und keines begreift das ander, und kann das ewige Licht von nichts ergriffen werden, es falle denn in den Tod, und gebe seine Essenz freiwillig dem Feuer der Natur, und gehe mit seinem essentialischen Willen aus sich selber aus ins Licht, und gebe sich dem Lichte ganz heim; und begehre nichts zu wollen oder zu tun, sondern gebe seinen Willen dem Lichte heim, daß das Licht sein Wollen sei.

8. Also fanget ihn das Licht, und er das Licht auch: Und also ist der böse Wille dem Lichte ergeben, und das Licht gibt seine Kraft in die Bosheit und macht aus der Bosheit einen freundlichen guten Willen, der nur ein Liebebegehren ist, denn die Sanftmut des Lichts hat sich dem feindlichen Willen ganz eingeleibt.

9. Also geschieht jetzt Gottes Wille, und wird das Böse ins Gute verwandelt, und scheinet Gottes Liebe aus seinem Zorn und Grimm, und wird kein Grimm in Gottes ewiger Natur erkannt. Denn also ist uns zu versthen, wie das ewige Licht, als der ewige Kraftbaum, durch alle drei Principien scheint, unergriffen deren eins; denn so lange ein Wesen außer Gottes Wille ist (verstehe dem sanften Lichtwillen), so lang ists einig und wohnet in sich selber, und begreift nichts von Gott: So sichs aber in Gott eineignet, und seinen Willen zerbricht und sinken läßt, so ists ein Geist in und mit Gott, und Gott scheinet aus demselben Wesen.

10. Und verstehen auch, warum die bashafte Seele, sowohl der Teufel Gott nicht sehe und erkenne, als daß sich ihre Wille nicht will in Gott eineignen, er will selber Herr sein: Also bleibt er außer Gott, nur in sich selber, und Gott bleibet auch in sich selber; und wohnet also eines im andern, und weiß nichts vom andern, denn es kehret eines dem andern den Rücken, und sieht des andern Angesicht nicht.

11. Also weiß die Lichtwelt nichts von den Teufeln, und die Teufel wissen nichts von der Lichtwelt, als nur dieses, daß sie einmal darin gewesen sind; bildens sich für wie einer, der in der Imagination steht, da sich doch die Lichtwelt nicht mehr in ihre Imagination einergibt, und sie auch nicht danach imaginieren, denn es schreckt sie, auch schämen sie sich deren!

12. Also ist uns auch von der äußern Welt zu verstehen; Gottes Licht scheinet durch und durch, wird aber nur von dem ergriffen, was sich darein eineignet: So dann diese äußere Welt an Gott als stumm, und ohne Verstand ist, so bleibet sie in ihrem eigenen Willen und führet ihren eigenen Geist in sich, wiewohl ihr Gott hat einen Naturgott gegeben, als die Sonne darein alles Wesen, seinen Willen und Begierde soll werfen, was in dieser Welt ist, und welches das nicht tut, das bleibet in sich selber eine große Bosheit und ist seine eigene Feindschaft.

13. Und darum wird diese Welt für ein eigen Principium erkannt, daß sie einen eigenen Naturgott hat; also zu vergleichen, als nämlich die Sonne, und scheinet doch wahrhaftig das Licht der Gottheit durch alles durch und durch. Das Licht der Sonne nimmt Essenz von Gottes Feuer, und Gottes Feuer von Gottes Lichte. Also gibt das Licht der Sonne dieselbe Kraft den Elementen, dieselbe gebens den Creaturen, auch Gewächsen der Erde, und alles was guter Eigenschaft ist, empfängt also Gottes Kraft zu einem Anblicke, durch den Spiegel der Weisheit, davon es sein Wachsen und Leben hat.

14. Denn Gott stehet allem Wesen gegenwärtig, aber nicht alles Wesen empfängt ihn in seiner Essenz; sondern als wie im Spiegel des Anblicks in der Sonnen Kraft; denn die Sonne rühret her aus der achten Zahl. Ihre Wurzel, daraus sie ihren Schein empfängt, ist das ewige Feuer, aber ihr Corpus stehet in dieser Welt. Ihr Begehren ist ganz in diese Welt gerichtet, darum scheinet sie in die Welt; aber ihre erste Wurzel sieht in die erste Welt ins Feuer Gottes. Diese Welt gibt ihrem Begehren Wesen, und sie gibt ihre Kraft dem Wesen, und erfüllet also alles Wesen dieser Welt, gleichwie Gottes Licht die göttliche Lichtwelt; und wenn Gottes Feuer nicht mehr brennte, so erlösche die Sonne und auch die göttliche Lichtwelt. Denn Gottes Feuer gibt beiden Essenz, und ist ein Principium derer beiden. Und wenn die finstere Welt nicht wäre, diese beiden wären auch nicht; denn die finstere Welt gibt die Ursache zu Gottes Feuer.

15. Also müssen auch die drei Welten in einander sein, denn es mag nichts ohne Grund bestehen. Denn die finstere Welt ist der Grund der Natur; und der ewige ungründliche Wille, der Vater heißt, ist der Grund der finstern Welt, wie vorne gemeldet; und die Lichtwelt ist in der finstern verborgen, und auch die finstere Welt in der Lichtwelt.

16. Also zu verstehen: Daß diese Welt ist im Zorne Gottes gleich als im Tode geschlossen; denn der Zorn grünet in dieser Welt Wesen: Wäre das nicht, so möchte dieser Welt Wesen Gottes Licht wohl fangen.

17. Also empfängt diese Welt nur einen Glast mit der Sonnenkraft von Gott. Die Sonne ist nicht Gottes Licht, denn sie scheinet nicht ganz in göttlicher Essenz, sondern in elementarischer Essenz. Aber Gottes Feuer hat sie zur Wurzel, wird aber mit dieser Welt Wesen erfüllt; denn sie ist begehrend als eine magische Sucht, und empfängt in ihre Imagination und Sucht der Sterne und Elemente Kraft; aus derselben scheinet sie auch.

18. Obwohl Gottes Feuer die Wurzel ist, so gehöret sie doch nicht zu Gottes Reich. Und in diesem versteht man auch, wie der Teufel die ärmste Creatur ist, denn er mag nicht ein Läublein regen, es sei denn der Zorn darinnen, so reget er das nach des Zorns Eigenschaft; denn das Licht und die Kraft dieser Welt ist ihm zuwider, er geht mit seinem Willen nicht ins Lichts Eigenschaft, denn er kann auch nicht. Er stehet rückling gegen dem Lichte der Sonnen, in seiner Figur und Eigenschaft; darum ist ihm das Sonnenlicht nichts nütze, und alles was in der Sonne Kraft wächst, das sich der Sonne eineignet, das feindet er an; sein Wille gehet nicht gerne hinein.

 

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Das 6. Capitel

 

1. So wir diesem allen nachtrachten, und aus der innern Welt in diese äußere sichtbare gehen, so befinden wir, daß das Wesen der äßern Welt sei aus dem innern herkommen, als aus der innern Welt Imagination oder Begehren. Und werden in der äußern Welt aller beider innern Welten Eigenschaften finden; dazu wie beider Eigenschaften Willen in der äußern Welt rege und offenbar sind. Und denn, wie das Gute, als das Wesen, welches aus der Lichtwelt ist hergekommen, alles sei mit in Zorn und Tod eingeschlossen. Und wie die göttliche Kraft alles rege macht, daß alles aus dem Grimme des Todes aus und durchwächst.

2. Denn die irdische Tinctur hat nicht Gemeinschaft mit der himmlischen in der Lichtwelt. Wir finden aber eine andere Tinctur in der Erde, welche mit der himmlischen Gemeinschaft hat, als in den köstlichen Metallen, und ist doch mit verschlossen.

3. Verstehen also die Bewegung und das Fiat beider ewigen Welten, als der finstern und lichten; eine jede hat sich nach Wesen gesehnet: Und da sich Gott einmal bewegte, so konnte eine Welt ohne die andere nicht bewegt werden.

4. Denn die finstere Welt hält inne das erste Centrum der Natur, und die Lichtwelt das andere Centrum, als das Herze Gottes, oder das Wort der Kraft der Gottheit, und ist eine Welt von der andern nicht getrennt.

5. Daran sollen wir erkennen, in was Gefahr wir stehen, und gedenken, wo wir uns mit unserm Willen wollen hinschwingen: Denn schwingen wir uns in die irdische Sucht, so fängt sie uns; so ist die Qual des Abgrunds unser Herr, und die Sonne unser zeitlicher Gott.

6. Schwingen wir uns aber mit unserm Willen in die Welt außer dieser Welt, so fängt die Lichtwelt unsern Willen, und wird Gott unser Herr, und lassen das irdische Leben dieser Welt, und nehmen mit uns mit, was aus der Lichtwelt ist in uns gekommen, verstehe in Adam, das wird mit dem Willen, der mit Gott ein Geist wird, aus dieser Welt ausgeführt.

7. Die Vernunft spricht: Wo sind denn die drei Welten? Sie will schlecht eine Trennung haben, da eine außer der andern sei, oder über der andern stehe, das doch nicht möglich sein kann; sonst müßte sich das ewige ungründliche Wesen zertrennen; wie mag sich aber das zertrennen, das ein Nichts ist, das keine Stätte hat, das selber alles ist? Das kann ja nicht in Partikul kommen, das keinen Grund hat, das sich nicht fassen läßt, das in sich selber wohnet, und sich selber besitzt; sondern es geht aus sich, und offenbaret sich aus sich.

8. Es macht ein Ding aus sich, das in sich nur ein Wille ist; in sich ists ein Geist, machet aber aus sich eine Gestalt des Geistes, und die Gestaltnis macht ein Wesen, nach Eigenschaft des Geistes: Als diese Welt denn ein Wesen ist, und der innere Geist besitzt die. Er ist an allem Orte, doch begreift ihn der Ort nicht; sondern er begreift den Ort, der Ort weiß nichts von ihm, fühlet ihn aber, denn er ist die Kraft und der Geist in dem Orte; sein Wille gehet durch das Wesen, und das Wesen hat keine Augen, ihn zu sehen, er aber ist das Sehen des Ortes, und ist selber kein Ort oder Stätte, machet ihn aber eine ungründliche Stätte, da kein Messen ist. Er ist alles, und doch auch gleich einem Nichts, gegen dem äußern zu achten; was er aus sich gibt, das besitzt er auch, nicht fährt er darein, sondern er ist vorhin da, ehe das Wesen die Stätte einnimmt; die Stätte begreift nur einen Glast von seinem Willen, als wie einer in einem Spiegel seine Gestalt sieht, und kann doch die Gestaltnis nicht begreifen; oder wie der Sonnenschein im Wasser nicht ergriffen wird, doch fühlet ihn das Wasser, und empfängt den Glast; oder wie die Erde Kraft von der Sonne empfängt, daß sie Frucht bringt. Also wohnet Gott in allen Wesen, und dringet durch alles, wird doch von nichts ergriffen.

9. Und wie wir verstehen, daß die Erde einen großen Hunger und Begierde nach der Sonnenkraft und Licht hat, in welchem sie der Sonnen Kraft und Licht an sich zeucht und fähig wird, daß außer dem Begehren nicht sein möchte; gleichergestalt hungert das äußere Wesen nach dem innern, denn die äußere Gestaltnis urständet vom innern: Also empfängt das äußere Wesen des innern Gestalt in sich, als einen Glast oder Kraft; denn den innern Geist kann das äußere Wesen nicht fangen, denn er wohnet nicht im Außern, sondern er besitzt sich selber in sich im Innern.

10. Aber des Geistes Gestalt mit dem Spiegel empfängt das äußere Wesen, wie das Wasser der Sonnen Glast. Nicht ist das zu denken, daß das Innere fern vom Äußern sei, wie der Sonnen Corpus vom Wasser, wiewohl das auch nicht ist, daß die Sonne fern vom Wasser sei, denn das Wasser hat der Sonne Eigenschaft und Wesen, sonst finge das Wasser nicht der Sonnen Glast. Ob die Sonne wohl ein Corpus ist, so ist doch im Wasser auch die Sonne, aber nicht offenbar: Das Corpus macht die Sonne offenbar; und ist uns zu erkennen, daß die ganze Welt eitel Sonne wäre, und der Locus der Sonnen überall wäre, wenn es Gott wollte anzünden und offenbaren; denn alles Wesen in dieser Welt fängt der Sonnen Glast: Es ist in allen ein Spiegel, daß es die Kraft und Gestaltnis der Sonne mag fangen in allen lebhaften und unlebhaften, in allen vier Elementen und derer Essenz und Wesen.

11. Also ingleichen hats auch die Gestalt mit der innern Lichtwelt; sie wohnt in der äußern, und diese empfängt Kraft von ihr; sie grünet in der äußern Kraft, und die äußere weiß nichts davon. Sie fühlet nur die Kraft, und das innere Licht mag sie nicht schauen, als nur in ihrem Lebens Spiegel empfängt sie den Glast davon; denn die innere Kraft macht in der äußern Gestalt ein Gleichnis nach sich.

12. Also ist uns jetzt der Mensch zu erkennen: Er ist die innere und äußere Welt, dazu die Ursache der innern Welt in sich selber, was ihn anlanget, auch die finstere Welt; er ist alle drei Welten: Und so er in gleicher Ordnung bleibt stehen, daß er nicht eine Welt in die andere einführt, so ist er Gottes Gleichnis.

13. Er soll die Gestaltnis, als den Spiegel der Lichtwelt in die äußere und auch in die allerinnerste Finsterwelt einführen, und die Kraft der Mittlern oder Lichtwelt in Spiegel führen, so ist er des göttlichen Lichts fähig; denn das Wesen fängt nicht das Licht, sondern die Kraft des Lichtes: Aber der Spiegel der Kraft fängt das Licht, gleichwie das Wasser die Sonne; denn das Wasser ist wie ein heller Spiegel gegen die Erde.

14. So nun das Wasser mit der Erde vermischt wird, so fängt es das Sonnenlicht nicht mehr: Also fängt auch der menschliche Geist oder Seele nicht Gottes Licht, er bleibe denn rein, und setze sein Begehren in das Reine, als in das Licht; denn wonach das Leben imaginieret, das fängt es. Das Leben des Menschen ist bei der innern Welt Gestaltnis: Begehret das Leben Sulphur in sich, so ist das Phur aus dem Sul seine Verfinsterung; begehrets aber allein Sul, so empfängts des Lichtes Kraft, und in der Kraft das Licht mit seiner Eigenschaft; denn im Phur, als in der grimmen Natur, mag das Leben nicht helle als ein Spiegel bleiben, aber im Sul wohl: Denn des Menschen Leben ist ein wahrhafter Spiegel der Gottheit, da sich Gott inne schauet. Er gibt seinen Glast und Kraft in den menschlichen Spiegel, und findet sich im Menschen, so wohl in Engeln, und in den Gestalten der Himmel.

15. Der Lichtwelt Essenz ist seine Findung oder Offenbarung, und der finstern Welt Essenz ist seine Verlierung; er sieht sich nicht in der finstern Welt, denn sie hat keinen Spiegel, der des Lichts fähig wäre. Alles was nach der finstern Welt Essenz und Eigenschaft imaginieret, das fängt der finstern Welt Eigenschaft, und verliert den Spiegel Gottes: Er wird mit finstern Grimm gefüllt, gleichwie man Wasser mit Erde vermischt, so mag die Sonne darin nicht scheinen; dasselbe Wasser verlieret der Sonne Spiegel, und muß das Wasser wieder aus der Erde ersinken, oder ist nimmer ein Spiegel der Sonne mehr, sondern ist in der grimmen finstern Erde gefangen.

16. Also gehts auch dem menschlichen Leben: Weil es nach Gottes Geist imaginieret, so empfängts Gottes Kraft und Licht, und erkennt Gott; wenns aber nach der Irdigkeit, oder nach der finstern Welt Eigenschaft imaginieret, so empfängts die Essenz der Irdigkeit, und finstern Welt, und füllet sich mit demselben. Jetzt ist der Lebensspiegel in die Finsternis eingeschlossen, und verliert den Spiegel der Gottheit, und muß anders geboren werden.

17. Als wir denn erkennen, daß Adam hat also den reinen Spiegel irdisch gemacht, und Gottes Kraft und Licht verloren, welche Christus, Gottes Sohn, herwieder brachte, und die irdische Finsternis zersprengte, und den Spiegel der Gottheit mit Gewalt einführte.

18. Also erkennen wir, wie der heilige Baum durch alles wachse, und aus allem Wesen; wird aber von keinem Wesen ergriffen, als nur bloß im Spiegel der Lauterkeit, als im reinen Menschenleben; welch Leben desselben Baums begehret, und mag in keinem finstern Leben ergriffen werden. Dies ist also der vierte Punkt.

 

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DER FÜNFTE PUNKT

 

Wie ein Leben in dem Lebensbaum möge verderben: Wie es aus der Qual der Liebe und Freuden in eine Qual des Elends trete, welches allen andern Leben zuwider ist.

 

Das 7. Capitel

 

1. Ein jedes Leben ist ein heller Glast und Spiegel, und steht aus gleich als ein Blitz eines schrecklichen Anblicks: Wenn aber derselbe Blitz das Licht fängt, so verwandelt er sich in eine Sanftmut, und läßt den Schrecken sinken, denn der Schreck eignet sich dem Lichte ein. Also scheinet das Licht aus dem schrecklichen Blitze, denn der Blitz ist des Lichtes Essenz, er ist sein Feuer.

2. Der Blitz hält inne das Centrum Naturae, denn die vierte Gestalt der Natur ist der Blitz, und allda urständet das Leben, welches in dem standhaften Feuer (als im Principio) zur Vollkommenheit kommt, aber im Lichte als in eine andere Qual gesetzt wird.

3. Nun aber ist der Urstand der Imagination in der ersten Gestalt der Natur, als ist der begehrenden Herbigkeit, der führet seine Gestalt durch die finstere Welt durch, bis ins Feuer: Denn die erste Begierde gehet durch alle Gestalten, macht auch alle Gestalten, und treibet sich bis ins Feuer, bis ins Principium, allda ist das Scheideziel des Geistes, da wird er geboren: Der ist nun frei, er mag wieder hinter sich, in seine Mutter, die finstere Welt, eingehen mit seiner Imagination, oder vor sich ins Feuers Angst durch den Tod ersinken, und im Lichte ausgrünen, wie er will; es stehet in seiner Wahl: Wo er sich sich hingibt, da muß er sein, denn sein Feuer muß Wesen haben, daß es zu zehren hat.

4. Will der Geist nun von seiner ersten Mutter, der Herbigkeit, essen, das ist, will er seinem Feuer das grimme Wesen im Centro zur Speise geben, oder Lichts Wesen in der Lichtwelt, das stehet alles bei seiner Macht: Was sein Feuer empfängt, in dessen Eigenschaft brennt es.

5. In der finstern Eigenschaft brennt es in der finstern, herben, strengen Qual, und siehet in sich nur als ein Blitz; es hat nur den Spiegel der Finsternis, und siehet in die Finsternis; und in des Lichts Eigenschaft fängt es die Sanftmut des Lichts, in welcher das Lichtfeuer brennt, und siehet in die Lichtwelt. Es ist dem Geiste alles nahe, und mag doch in keine andere Welt oder Eigenschaft sehen, als nur in diese darin sein Feuer brennt; derselben Welt ist der Geist allein fähig, er sieht nichts in der andern Welt: Denn er hat keine Augen dazu, es bleibet ihm eine ewige Verborgenheit, es sei denn daß er in einer andern Welt gewesen ist, und ist daraus gegangen und hat sich in ein ander Feuer eingegeben, als die Teufel taten, die haben ja eine Wissenschaft von der Lichtwelt, aber keine Empfindlichkeit oder Sehen davon; die Lichtwelt ist ihnen nahe, aber sie wissen sie doch nicht.

6. Also ist uns jetzt zu erkennen des Lebens Verderbung, welches geschieht im Principio, allda ist der Angel, da mag sich der Wille schwingen, wo er hin will: Will er in die Vielheit und selbst Herr sein, so mag er die Vielheit anders nicht ergreifen, als in der finstern strengen Herbigkeit, in der finstern Welt. Will er aber in Nichts, in die Freiheit, so muß er sich dem Feuer einergeben, so ersinket er im Tode des Principii, so grünet er aus der Feuer-Angst im Lichte aus; denn wenn er sich ergibt, so führt ihn der ewige Wille zur Natur, (welcher Gott der Vater ist) in sich durchs Feuer aus; denn mit dem Einergeben fällt er dem ersten Willen zur Natur heim, der führet ihn mit dem andern Willen, welcher sein Sohn oder Herz ist, aus der Angstnatur aus, und stellet ihn mit des Sohnes Willen in die Freiheit, außer des Feuers Qual, da bekommt er viel Alles, nicht zu seinem Ruhm oder Gewalt, sondern zu Gottes Ruhm oder Gewalt, Gott ist in ihm sein Willen und Tun.

7. Was aber will im Feuer selber Herr sein, das gehet in seine eigene Zahl, in sein Wesen, das es selber ist; und was seine Gewalt übergibt, das übergibt auch sein Feuerbrennen, und fället dem heim, der eine Ursache des Feuers ist, als dem ewigen Willen Gottes.

8. Also ist es in die Freiheit außer seinem Qualfeuer gefallen, und zündet sein Feuer die Freiheit an; jetzt ists ihm ein Licht, und ein heller Spiegel worden, denn er hat sich in die Freiheit als in Gott einergeben. Also ist sein Feuer ein Schein und Glanz der Majestät Gottes.

9. Der aber nicht will, sondern will selbst Herr sein, der bleibet sein Eigenes, der kann sich in seinen eigenen Gestalten höher nicht führen als aus Feuer, dazu nur an Blitz, denn es kann kein hell Feuer in ihm brennen, denn er hat kein helles Wesen in ihm zum Feuer. Das Centrum Naturae hat nichts in sich, da ein heller Schein möge entstehen; sondern die Freiheit außer der Natur ist eine Ursache des Scheinens: Was sich in die Natur einergibt, begehret aber nicht der Natur Eigenschaft, sondern der Freiheit, das wird in seinem Blitz des Lebens mit der Freiheit angezündet, auf Art, wie sich das ander Principium hat angezündet.

10. Also verstehen wir, wie ein Leben verderbe, das ist, wie sichs in Angst und Qual in die Finsternis einführe: Als wenn es will sein eigen Herr sein, und begehret der Vielheit; wenn sichs nicht will dem Tode einergeben, so mags auch keine andere Welt erreichen.

11. Denn ein jedes Leben entsteht in der Angstqual, in der Natur, und hat kein Licht in sich, es gehe dann in das ein, das die Natur ursacht, da empfängt es Licht.

12. Denn alles was in der Natur ist, das ist finster, und ist Angst, wie es an dieser Welt zu erkennen; sollte die Sonne weggenommen werden, so wäre ein eitel Angst und Finsternis. Darum hat sich Gott selber bewegt, daß er dieser Welt ein Licht gebe, daß das äußere Leben im Lichte stehe.

13. Aber um das innere Leben der Seelen hats eine andere Gestalt: Das innere Leben mag das äußere nicht erreichen; hat das Seelenfeuer nicht Gottes Licht, so kann auch der Seelen Willen nicht in Gottes Licht eingehen, er muß in der Finsternis der ewigen Natur bleiben.

14. Die äußere Vernunft meinet, wenn das äußere Auge sehe, so sei es gut, es sei sonst kein Sehen mehr. Ja böse genug, wenn die arme Seele den äußern Spiegel entlehnet, und muß sich des äußern nur allein behelfen: Wo bleibet aber ihr Sehen? Wenn der äußere Spiegel zerbricht, womit will sie denn sehen? Mit dem ängstlichen Feuerblitz in die Grausamkeit, in die Finsternis, sonst kann sie nirgends hinsehen.

15. Darum geschiehts oft, wenn sich die arme gefangene Seele in die innere Wurzel erblicket, und denket was folgen wird, wenn ihr der äußere Spiegel zerbricht, daß sie sich entsetzet und den Leib in Angst und Zweifel stürzt.

16. Denn sie kann nirgends hinblicken, da ihre ewige Ruhe wäre; sondern sie befindet, daß sie in sich in eitel Unruhe ist, dazu eine Finsternis, und hat den äußern Spiegel nur Lebensweise.

17. Denn weil die Seele in diesem äußern Leibe stecket, so mag sie sich wohl des Sonnenspiegels behelfen, denn die Sonne hat in ihrer Wurzel inne das innere Feuer, als das Principium des Vaters; vom selben Feuer bekommt sie einen Glast oder Spiegel, des die Essenz des Leibes eine Ursache ist, daß sie also kann in diesem irdischen, vergänglichen Leben in Freuden sein: aber wenn der äußere Spiegel zerbricht, so ists aus, und gehet das Seelenfeuer ins ewige Trauerhaus, als ins Centrum der Finsternis.

18. Die Seele hat, in Zeit des äußern Leibes, drei Spiegel oder Augen aller drei Welten; in welchen Spiegel sie sich einwendet, daraus siehet sie: Aber sie hat nicht mehr als einen zum Naturrecht, das ist der Feuerblitz, als die vierte Gestalt der finstern Welt, im Loco, wo das Principium urständet, wo sich die zwo innern Welten scheiden, eine in die Finsternis, und die andere ins Licht, daselbst ist ihr ewiger Urstand; in welche Welt sie nun ihren Willen einführet, in derselben empfängt sie auch Wesen, als einen geistlichen Leib, denn dasselbe Wesen wird dem Seelenfeuer eine Speise, oder Materia ihres Brennens.

19. Und darum hat Gott die Seele in Fleisch und Blut eingeführet, daß sie nicht möge so leichtlich des Grimmen-Wesens fähig werden; so hat sie ihre Freude derweil im Sonnenspiegel, und erfreuet sich in siderischer Essenz. Und stehet ihr (1.) die Lichtwelt in ihrem rechten Feuer, als in primo Principio entgegen. Und (2.) die finstere Welt in der Feuerwurzel; und (3.) die äußere elementische Welt im Sternenqual, allda zwischen schwebet das große Mysterium des Seelenfeuers.

20. In welche Welt sie sich nun eineignet und ergibet, von derselben bekommt sie Wesen in ihrer Imagination. Dieweil sie sich aber hat mit Adam in Geist dieser Welt eingewendet, und ihre Imagination darein geführet, so stehet jetzt ihre höchste Begierde in der Sonnen und Sternen Qual, und zeucht mit derselben den Geist der äußern Welt, mit seinem Wesen der vier Elemente, stets in sich, und hat ihre größte Freude darinnen, in welchem sie in einer fremden Herberge zu Gast ist, denn der Abgrundf stehet darunter, und ist große Gefahr.

21. Nun spricht die äußere Vernunft: Hat sie doch Gott in Fleisch und Blut in die äußere Welt geschaffen, was mag ihr das schaden? Diese äußere Vernunft weiß nicht mehr von der Seelen Urstand, als eine Ruh von einer neuen Stalltür, die siehet sie an, und dünket sie fremde zu sein: Also dünket auch die äußere Vernunft die innere Welt fremd zu sein.

22. Sie empfindet sich in der äußern Welt, und trachtet nach dem, was die äußere Welt hat, und empfindet doch in sich die innere Welt, welche stets die Seele vor Gottes Zorn anklaget; mehr empfindet sie auch die Lichtwelt, da die innerlichen Begierden der Seelen Principii hinsehen: Sie empfindet wohl das Verlangen nach Gott; aber die äußere Welt verwehret das, und deckets zu, daß die Begierde, nach Gottes Welt, nicht mag das Feuer in sich entzünden. So das geschähe, so würde die Lichtwelt im ersten Principio offenbar, und würde das edle Bild nach Gott offenbar.

23. Dies verhindert auch der Teufel, der besitzet die Wurzel dieser Welt im Seelenfeuer, und hält der Seelen immer böse irdische Wesen vor, oder regt ja die Wurzel im Centro der Natur im Grimme, daß sich die arme Seele entweder im Zornfeuer in der bösen Giftqual, oder ja in Angst und Zweifel an Gottes Liebe entzündet: Da hat er aber gewonnen, und stellet der Seelen äußerliche Macht, Gewalt und Ehre für, auch den Glanz und Pracht der äußern Welt, da beißet sie ihn an, und erkitzelt sich darin mit Imagination, und kann doch dessen nicht recht genießen, denn es ist nur ein entlehnter Spiegel.

24. Also wird die arme Seele von Gottes Licht abgezogen, und sinket immer ins Verderben als ins Finsterhaus des Elends, in die finstere Welt ein. Das hat uns Adam zugerichtet, als er seine Lust in die Irdigkeit einführte; also schwimmet nun die arme Seele im irdischen Fleisch und Blut, und isset immer vom Versuchbaum Böses und Gutes, und wird von beiden heftig gezogen, und der Schlangen Monstrum stecket in Mitten, im Qual des Grimmes, und bläset immer den Grimm und Zorn auf.

25. Da kann sich alsdann das edle Lilienzweiglein nirgends erholen, auch oft nicht erkennen, es wird oft mit dem Grimme der Bosheit überhäuft, daß es ist, als wäre es ganz verdorben; und wäre auch verdorben, wenn ihm nicht der Spiegel der Gottheit entgegen stünde, darin sich doch der Willengeist der armen gefangenen Seelen wieder mag erholen, und darin wieder erbären.

26. Denn in dem Spiegel der Lichtwelt stehet die Menschwerdung Christi dem Seelengeiste entgegen; und das Wort: der Mensch ward, stehet im Schalle, und ist rege, der Seelengeist kann sich darin erholen, und neugebären: Sonst wäre es oft um die arme Seele geschehen, wenn sie sich im Zorne, und in das Gift der Finsterwelt vertiefte.

27. Also verstehen wir im Grunde, was die Verderbung des edlen Baums, als des Bildes Gottes sei, nämlich diese:

28. Der ganze Mensch ist in seinem Wesen die drei Welten. Der Seelen Centrum, als die Wurzel des Seelenfeuers, hält inne die finstere Welt, und das Seelenfeuer hält inne das erste Principium, als die rechte Feuerwelt; und die edle Bildnis, (als der Baum des göttlichen Gewächses), welche aus dem Seelenfeuer erboren wird, und durch den grimmen Tod in der Freiheit, als in der Lichtwelt ausgrünet, hält inne die Lichtwelt, als das zweite Principium: Und der Leib, der im Anfang aus dem vermischten Wesen, welches in der Schöpfung ward aus der Licht und Finsternis, sowohl Feuerwelt geschaffen, hält inne die äußere Welt, als das dritte vermischte Principium.

29. Und die rechte Seele ist dieser dreien Welten Geist, gleichwie Gottes Geist aller dreien Welten Geist ist. (1.) In der finstern Welt ist er grimmig, streng, und ein ernster Qual, und heißt Gottes Zorn. (2.) In der Lichtwelt ist er lieblich, sanft und freudenreich, und ist der Geist aus Gottes Herze, als der heilige Geist. (3.) Und in der äußern Welt ist er der Geist der Luft, sowohl des Feuers und des Wassers, und lässet sich brauchen wie der Mensch will, alles zu den großen Wundern.

30. Also ist der Mensch nach der Person das große Mysterium in den drei Welten: In welche er sich einwendet, in der wirket er Frucht, dieselbe ist in ihm Herr, und dieselbe wird in ihm offenbar, die andern zwei bleiben verborgen; wie das Feuer im Holze verborgen liegt, also auch bleibet das Licht, oder die Lichtwelt, in der grimmen finstern Welt verborgen, sowohl auch in der Bosheit, als in der Sucht der innern Welt, in der äußern Welt.

31. So aber die Lichtwelt im Menschen nicht mag offenbar werden, daß sie Herr wird, so bleibet die Seele in Zerbrechung der äußern Welt blos in der finstern Welt; denn allda mags nicht mehr sein, daß die Lichtwelt angezündet werde: Es ist kein Spiegel mehr zum Lichte darinnen, der den Seelen entgegen stünde, das Herze Gottes ist darinnen nicht offenbar, kann auch ewig nicht sein; denn die finstere Welt muß sein, sonst würde das Licht nicht offenbar, aber allhie in dieser Welt mags sein.

32. Und ob eine Seele gleich im tiefsten Abgrunde vertieft ist, und stecket im Grimme Gottes, so stehet ihr doch im äußern Lichte der Sonnen der Lichtspiegel entgegen, da sich die göttliche Kraft inne offenbaret, sowohl der Spiegel der Menschwerdung Christi, welcher in der innern finstern Welt in Ewigkeit nicht erkannt wird.

33. Und ist unsere ganze Lehre anders nichts, als wie der Mensch in ihm soll Gottes Lichtwelt entzünden. Denn wenn diese entzündet wird, daß Gottes Licht in der Seelen Geiste scheint, so hats der ganze Leib Licht, wie Christus saget: Wenn das Auge Licht ist, so ist der ganze Leib lichte (Math. 6: 22, 23). Er verstehet das Seelen Auge. Und wenn der Grimm der finstern Welt entzündet wird, so ist Leib und Seele finster, und hat nur einen Glast von der Sonnen. Wenn das göttliche Licht entzündet wird, so brennts in Liebe und Sanftmut: Und wenn der Grimm der finstern Welt entzündet wird, so brennet er im stachligen Neid und Haß, im Grimmenzorne, und fleucht im äußern Spiegel des Sonnen-Lichts in Hoffart aus, und will immer über den Quall der Liebe ausfahren, da folget dann Spott und Verachtung über die Sanftmut, auch über alles was niedrig ist.

34. Und allhier soll sich der Mensch probieren, welche Welt in ihm Herr sei. Findet er, daß Zorn, Grimm, Neid, Falschheit, Lügen und Betrügen seine Begierde ist, und dann Hoffart, Geiz, und immer Begierde der Ehren und äußerlichen Wollust, daß er nur eine stete Sucht ist zur Geilheit und Unzucht; so mag er ihm das Register gar wohl machen, und gewiß wissen, daß er mit dem Zorne, Grimme, Neid, Falschheit, Lügen und Betrügen, im Finstern als in der finstern Welt Feuer brennet: Dasselbe Feuer gibt solche Essenz, Begierde und Willen.

35. Und die andere Begierde, als äußerliche Wollust, Hoffart, Ehrsucht, Geiz, und stets geile viehische Begierde der Unzucht, ist die Frucht, so aus der finstern Welt in der äußern Welt auswächst.

36. Gleichwie die Liebe aus dem Tode grünet, (da der Willengeist sich ins Feuer Gottes einergibet, und gleich als im Tode ersinkt, grünet aber in Gottes Reich mit einer freundlichen Begierde, immer wohlzutun, aus;) also hat sich der Wille der Bosheit ins Verderben eingegeben, als in den grimmigen, strengen, ewigen Tod; grünet aber in dieser verderbten Welt in der äußern Welt in der äußern Natur, mit seinem Zweig aus, und träget solche Frucht.

37. Daran soll sich ein jeder lernen erkennen, er darf nur nach seiner Eigenschaft forschen, dazu ihn sein Wille stets treibet, in dem Reiche stehet er, und ist nicht ein Mensch, wie er sich selber dafür hält, und ausgibt, sondern eine Creatur der finstern Welt; als ein geiziger Hund, ein hoffärtiger Vogel, ein unkeusches Tier, eine grimmige Schlange, eine neidige Kröte voller Gift usw. Alle diese Eigenschaften quellen in ihm, und sind sein Holz, daraus sein Feuer brennet. Wenn ihn nun, das äußere Holz, als das Wesen der vier Elemente wird verlassen in seinem Sterben, so bleibet allein der innere giftige böse Quall.

38. Was soll nun für eine Figur in solcher Eigenschaft stehen? Anders keine, als welche unter diesen Eigenschaften ist die stärkste gewesen, die wird vom höllischen Fiat in seine Gestalt figurieret: Als zu einer giftigen Schlange, Hunde und dergleichen oder anderen Tier, usw. In welche Eigenschaft sich der Willengeist hat einergeben, dieselbe Eigenschaft ist hernach der Seelenbildnis; und dies ist der eine Teil.

39. Mehr soll sich der Mensch prüfen in seiner Begierde; (denn ein jeder Mensch hat diese bösen Eigenschaften in sich.) Ob auch eine stete Begierde in ihm finde, diese Gift und Bosheit zu töten? Ob er dieses Gifts Feind sei? Oder ob er seine Freude darin habe, das falsche Gift stets ins Werk zu richten, als: In Hoffart, Geiz, Neid, Unzucht, in Lügen und Betrügen?

40. Wenn er nun in sich findet, daß er seine Freude darin hat, und dasselbe immer gerne zu Werke richten will, so ist er kein Mensch, wie er sich selber achtet; sondern der Teufel, in fremder Gestalt, betrügt ihn, daß er meinet, er sei ein Mensch; aber er träget nicht Gottes, sondern der Schlangen Bildnis, und ist nur im äußern Reiche ein Gleichnis eines Menschen Bildes, so lang er in dieser Eigenschaft bleibet, daß diese Eigenschaft Oberherr ist.

41. Wenn er aber den Streit in sich findet, daß sein innerlicher Wille immer, ja stündlich wider bösen Eigenschaften streitet, sie verdämpft, und nicht zum bösen Wesen läßt kommen, daß er immer gerne wollte wohltun; und findet doch diese bösen Eigenschaften, die ihn hindern, daß er das nicht allzumal kann zu Werke richten, was er gerne will, und findet die Begierde zur Abstinenz und Buße, daß eine stets währende Begierde nach Gottes Barmherzigkeit in ihm quillet, daß er gerne wollte wohltun, wenn er nur könnte.

42. Der mag gedenken, und gewiß wissen, daß Gottes Feuer in ihm glimmet, und immer zum Lichte arbeitet, es wollte gern brennen, und gibt immer Essenz zur Lohe, wird aber von der bösen Feuchte dieser Welt, welche uns Adam hat eingeführt, verdämpfet.

43. So nun der äußere böse Leib mit seinen Dünsten zerbricht, daß er den glimmenden Docht nicht mehr mag finden, so entzündet sich das göttliche Feuer in seiner Essenz, und wird die göttliche Bildnis figurieret, nach dem stärksten Qual als der Mensch allhier hat in seiner Begierde geführet, nach seiner stärksten Eigenschaft. So er aber in dieser obgemeldten Ritterschaft nicht bleibet, sondern den Streit wieder sinken läßt, mag er gar gefährlich wieder verderben.

44. Die dritte Proba ist dieses, daß sich ein Mensch erkenne, in was Wesen oder Figur er stehet. Befindet er, daß er seine stete Begierde nach Gott hat, und in seiner Begierde so mächtig ist, daß er mag die bösen Essentien, so oft ihm eine Qual entzündet wird, wieder zerbrechen, und in Sanftmut verwandeln, das ist, in Geduld treten, daß er seines Wesens mächtig ist, lässet sinken alles das, was in dieser Welt glänzet und gleißet; der da kann Gutes für Böses tun; der alles seines äußern Wesens, es sei Geld oder Gut, mächtig ist, dem Dürftigen davon zu geben, und um Gottes Wahrheit willen das alles zu verlassen; und sich willig um Gottes willen ins Elend zu geben, auf gewisse Hoffnung des Ewigen: Dem die göttliche Kraft quillt, daß er mag das Licht der Freudenreich darin entzünden; der da schmecket was Gott ist: Der ist der gewisseste, und träget die göttliche Bildnis mit himmlischer Wesenheit, auch die Zeit des äußern Leibes in sich.

45. Da ist Jesus geboren aus der Jungfrau, und der Mensch stirbt ewig nicht, er läßt nur das äußere Reich von sich gehen, welches ihm ist in dieser Zeit ein Gegensatz und Hinderung gewesen, damit ihn Gott hat verdeckt: Denn Gott will nicht die Perlen vor die Säu werfen, sie sind in ihm verborgen.

46. Derselbe neue Mensch stehet nicht in dieser Welt; der Teufel kennet ihn auch nicht, nur ist er seiner Essenz, so das innere Centrum inne hält, gram; denn es verhindert ihn, daß sein Wille nicht geschieht, darum verhetzt er die bösen Tiermenschen wider ihn, daß sie ihn plagen und verfolgen, auf daß die wahre Menschheit verdeckt bleibe.

 

*          *          *

 

Das 8. Capitel

 

Von rechter menschlicher Essenz aus Gottes Wesen.

 

1. Die rechte wahre menschliche Essenz ist nicht irdisch, noch aus der finstern Welt; sie wird blos in der Lichtwelt erboren, sie hat keine Gemeinschaft weder mit der finstern noch äußern Welt; es ist ein großer Schluß, als der Tod, dazwischen.

2. Nicht der Meinung, daß nichts von der wahren Essenz im äußern Menschen liege; sie lieget darin, denn sie ward Adam in sein Bild gegeben, aber sie ist verschlossen und lieget im Tode, und mag nicht qualificieren, hat auch kein Regen noch Bewegen in sich, es sei denn, daß sie in Kraft der Gottheit rege werde. Gleichwie sie in der Jungrau Maria durch Gottes Bewegen und Eingehen rege ward; da kam die rechte menschliche Essenz wieder zum Leben.

3. Also auch ist uns wird die menschliche Essenz nicht rege, wir werden dann in Christo aus Gott geboren.

4. In der Taufe der Kinder vermählet sich das Wort der Gottheit ein, und läßt sich mit ihnen ein, als im Bunde, und ist die erste Regung in dieser Welt, als ein Moder in einem Holze, das anhebet zu glimmen, aber das Döchtlein wird oft hernach verfinstert und verlöschet: Auch ists in manchem nicht wohl fähig, was von ganz gottloser Essenz gezeuget wird.

5. Denn Christus sprach: Lasset die Kindlein zu mir kommen, denn solcher ist das Reich Gottes (Marc. 10: 14). Nicht Hunde, Wölfe, Kröten oder Schlangen, sondern Kinder, in denen die Essenz nicht ganz teuflich ist, da manches im Zorn Gottes getauft wird, daran die Eltern Schuld haben: Denn ein böser Baum bringt böse Früchte, saget Christus.

6. Und wiewohl er in diese Welt gekommen ist, selig zu machen das verloren ist, so liegts doch auch an der Essenz, was ihm will helfen lassen. Denn ein Tiermensch mag wohl die Bildnis erreichen, so er umkehret und läßt sich das Wort (das Mensch ward) ziehen; wo nicht, so bleibet er in seiner tierischen Essenz ein böses Tier.

7. Doch auch nicht der Meinung, daß die Taufe, den ersten Grund zur menschlichen Essenz lege, und ganz der erste Moder oder Zunder des göttlichen Feuers sei. Nein, das ists nicht, denn ein Kind wird aus der Eltern Essenz ein Geist, dazu Fleisch und Blut, mit Vermählung der Constellation des Geistes Majoris Mundi.

8. Zu derselben Zeit, wenn ein Kind im Mutterleibe das Leben hat bekommen, so glimmet alsbald göttliche oder höllische Essenz aus dem ersten Ursprung und Herkommen.

9. Und weil nur ein klein Moder oder Zunder der göttlichen Essenz rege ist, so ist das Kind der Taufe fähig. Und obs gleich stürbe, und nicht getauft würde, so ist doch der Moder oder Zunder in Gottes Mysterio, und glimmet in Gottes Reich, und wird im Feuer Gottes angezündet, denn es stirbt im Mysterio des Vaters, und glimmet auf im Mysterio des Sohnes, der Mensch ward.

10. Der Eltern Taufe und Bund ist seine Taufe und Bund; die Versöhnung ist geschehen im menschlichen Blute, in der rechten wahren menschlichen Essenz: Gottes Wort oder Herze hat sich in die eingeschlossene tote menschliche Essenz eingegeben, nicht in die irdische, gar nicht in den irdischen Teil, sondern in den himmlischen Teil. Nicht in den Teil, den Adam mit seiner Imagination einführte, der Erde ist; sondern in den Teil, der Adam aus der englischen Welt ward gegeben, daß er mit der irdischen Sucht verderbte und vergistete, da in der Sucht irdisch, tölpisch, tierisch Fleisch ward.

11. Debselben Teil hat die rechte menschliche Essenz; und im selben Teil ist Gott Mensch worden, und derselbe Teil hat den Grund der englischen Welt, denn es urständet aus der englischen Welt.

12. So sich aber öfters gottlose Eltern ganz im Zorne Gottes vertiefen, und zeugen also im Zorne Kinder, so ist ja ihr Same im Tode eingeschlossen, und hat nichts von rechter menschlischer Essenz in ihm, die sich regte, als nur dieses, was die Constellation im Geiste Majoris Mundi in sich hat, da ist ja die göttliche Kraft etwas rege, aber des Zorns Kraft ist der Gegensatz und ist schwer; doch ists möglich, denn Gottes Menschwerdung ist in allen Seelen ins Lebenslicht entgegen gesetzt.

13. Aber die Taufe hält ein anderes: Es muß Gottes Essenz (als das Wasser des ewigen Lebens aus Gottes Sanftmut erboren) die mit Adam in Tod eingeschlossene rechte menschliche Essenz regen, und sich allda als ein neu Leben (oder eine lebendige Essenz) einergeben. Gottes Wasser muß taufen, der heilige Geist muß Werkmeister sein.

14. Aber ich sage nach meiner Erkenntnis, daß sich das Wasser des ewigen Lebens, da der heilige Geist aufschwebet, wird schwerlich in Gift des Grimmes und Todes einergeben, wo nicht eine Essenz der Begierde innen ist.

15. Ich sage also, als ich erkenne, daß auch ein Kind, (so bald es das Leben im Mutterleibe hat) sofern die göttliche Essenz, (welche in himmlischen Teil bestehet) rege ist, schon vom heiligen Geist getauft ist, und erreicht die Menschwerdung Christi. Denn die Taufe stehet nicht in des Priesters Gewalt, daß der heilige Geist müßte auf ihn warten: Denn die Menschwerdung Christi wartete nicht auf Menschengewalt, sondern aufs Ziel, das Gott in seinem Bunde steckete; das Ziel ward gebendeiet. Darum sagte der Engel zu Maria: Du bist die Gebenedeiete unter den Weibern; das Ziel steckte in ihr, das war gebenedeiet, und das benedeiete sie auch, als Gottes Herze das Ziel rege machte.

16. Dasselbe Ziel reichte hinter sich bis auf Adam, und vor sich bis auf den letzten Menschen: Und da Gott Mensch ward, so ward das Ziel im himmlischen Teil rege gemacht; nicht allein in Maria, sondern auch in Adam und Eva, und allen ihren Kindern, welche sich in Gott hatten einergeben, die wurden alle im Ziel gebenedeiet.

17. Denn das ist der Bund der Gnaden, den Gott mit Adam und Eva aufrichtete; derselbe Bund stehet in aller menschlischen Essenz, aber nicht in teuflicher Essenz.

18. Die Taufe aber ist das Spiegel, das Gott dem Bunde anhing, wie im alten Testament die Beschneidung: Gott gibt in der Taufe göttlich Wasser dem menschlichen Geschlechte zu einem Pfande und Siegel; aber der Bund ist vor der Taufe schon da, er ist im Paradies gemacht, ja vor der Welt Grunde: So bald eine Seele im Mutterleibe rege ist, daß das Principium und eine menschliche Seele geboren ist, so ist sie im Bunde; denn Christus hat sich ins Feuer Gottes, ins Principium eingegeben und den Bund erfüllet; er ist die Ausbeute des Testaments worden.

19. Dieselbe Ausbeute wartet auf keine äußerliche Ordnung, auf des äußern Menschen Wahn; sondern so bald eine Seele aus dem Principio erboren ist, so ist sie in der Ausbeute des Testaments, sofern das göttliche Leben in der Seele rege ist; aber nicht in gottlosen Seelen, da muß das göttliche Leben erst erboren werden: Gottes Zorn verschlingt manche Seele, auch noch in der Essenz, ehe sie das Principium erreichet, darum daß sie aus falscher Essenz ist, vom bösen Samen der Eltern.

20. Die Vernunft spricht: Was mag des ein Kind, daß die Eltern gottlos sind? Ja, mag es auch Gott? Stehet es doch bei der Eltern Gewalt, ein Kind zu machen? Was mag Gott dieses, daß Huren und Buben zusammenkriechen? Wiewohl der falsche Baum nicht eben also aus dieser Linea allein urständet, sondern auch in der Ehe: Ist doch der Mensch frei; erwecket er kein Leben, so bleibet sein Same eine Essenz. Soll darum Gott, um des Kindes Unschuld willen, die Perlen vor die Säue werfen? Stehet doch das Himmelreich gegen ihn, es mag eingehen, Gott verschließt es niemanden.

21. Aber ein böser Mensch ist in Leib und Seele verschlossen, warum auch nicht im Samen, der Same ist ja seines Leibes Frucht. So man will guten Weizen ernten, sät man billig Weizen aus; wird aber Distelsame gesäet, so wächst eine Distel daraus, solls denn Gott zu einem Weizen verwandeln? Hat nicht Sämann Macht, auf seinem Acker zu säen, was er will? Oder wolltest du sagen, was mag des die Distel, daß sie eine Distel ist und sticht? Gehöret sie doch nicht unterm Weizen, sondern sie wächst selber mit auf.

22. Wäre doch Gott wohl zufrieden, wenn gleich kein Gistelkind wüchse, es ist auch nicht seine Ordnung; sondern der Teufel säet Unkraut unter dem Weizen, als in des Menschen Gemüte. Warum lässet das der Mensch zu, und verdirbt sich, daß seine Essenz ein Distelsame wird, und träget Unkraut zum Feuer im Grimm Gottes: Es lieget auch nicht alles am Samen, sondern am Acker; es verdirbt manch edel schön Korn in des bösen Acker Essenz. Der Himmel mit der Sonne gibt allem Gewächse Leben und Kraft: Die Sonne machet kein Unkraut, sie begehret auch keines, aber die Essenz im Acker machet oft ein anders, und verderbet das Gute.

23. Also auch im Menschen; es klebt manch Fluch, das eines dem andern wünschet, wenn das ander den Fluch erreget hat, und desselben fähig ist, als solches dann unter gottlosen Eheleuten gemein ist, da eines dem anderen den Teufel und das höllische Feuer wünschet. So sie dann beide gottlos sind, sollte ihnen dann auch nicht ihr gottloser Wille geschehen, daß sie gottlose Kinder zeugten, ist doch nichts Gutes in ihnen, was soll denn Gutes aus ihnen gehen, was mag Gott dieses? Stellet er doch ihnen sein Wort und Lehre vor und kündiget ihnen das Verderben an; wollen sie nicht, so fahren sie hin, wo sie hin wollen. Also ist auch ihr Same, und also wird manches Kind eine Diftel und böses Tier geboren, und wird im Zorn Gottes getauft.

24. Denn wes Essenz der Seelengeist ist, in einer solchen Essenz säet er auch das göttliche Wesen im Bunde; einer in der Kraft des Lichts, in der Liebe, der ander in der Kraft des Grimmes, in der Finsternis.

25. Der Bund mit der Taufe bestehet: Es wird ein jedes Kind im Bunde getauft, der Geist Gottes tauft ein jedes, so man den Brauch hält, aber nach des Kindes Eigenschaft. Oft ist Vater und Mutter, dazu der Täufer, gottlos, und sind nur böse Tiere, und ist ihnen auch kein Ernst, es ist ihnen an der äußern Pracht und am Gelde gelegen, verachten nur das Mysterium, und ist das Kind auch nur des Zorns Eigenschaft: Wer soll denn taufen? Anders niemand als Gottes Zorn in seinem Bunde, darum daß man dessen nur spottet.

26. Also säet der Zornquell den neuen Geist, und wirket kräftig in ihm, und bringet Frucht ins Verderben, wie Sankt Paulus vom Abendmahl, und anderm Testament saget, daß es der Gottlose zum Gerichte empfange, daß er nicht unterscheidet den Leib des Herrrn (1. Cor. 2: 29). Das ist, daß er den himmlischen Teil seiner Essenz in ihm nicht unterscheidet vom irdischen, und seinem Willen ins himmlische setzet, und das Gott aufopfert; sondern hälts alles gemein, wie ein Ochse das Futter frisset.

27. Darum quellet in ihm der Zorn Gottes, daß er seinen Willen nicht vom irdischen abbricht, und gehet in Reue seiner Bosheit; darum mag sein himmlisch Teil nicht Gottes Leib teilhaftig werden, weil er die Essenz des himmlischen Teils nicht mag rege machen: So hat sie auch keinen Mund, Gottes Leib zu empfangen, denn der Mund lieget im Tode verschlossen, gleichwohl empfängt der irdische Teil Christi Leib, aber nach des Zornes Eigenschaft. Denn das Testament muß bestehen.

28. Also auch in der Taufe im gleichem Fall wie der Seelen Essenz im Wesen ist, also genießt sie auch Gottes Bund: Besser wäre es, ein ganz gottloses Kind würde nicht getauft, und ein gottloser Mensch in seinem Sünden ohne Umwendung rührte Gottes Testament nicht an. Denn es bringet ihnen beiden nur Kraft zum Verderben, denn Gottes Bund wird geregt, das gehet nimmer ohne Frucht ab. Gott wirket in seinem Bunde, nach seinem Worte.

29. Wie die Seele ist, die den Bund reget, also ist auch die Arznei im Bunde, und in solcher Kraft wirket der Geist Gottes in Liebe und Zorn, denn er ist alles Lebens Geist, und vergleichet sich mit allem Leben. Er ist in jedem Dinge wie des Dinges Wille und Eigenschaft ist, denn eine Eigenschaft säet die andere: Was die Seele will, das will auch der, da hinein sie sich wendet.

30. Es ist alles magisch, was der Wille eines Dinges will, das empfängt er: Eine Kröte nimmt nur Gift an sich, wenn sie gleich in der besten Apotheke säße, desgleichen auch eine Schlange: Ein jedes Ding nimmt nur seiner Eigenschaft nach in sich. Und obs guter Eigenschaft Wesen äße, so machets doch alles in sich zu seiner Eigenschaft. Obgleich eine Kröte Honig fräße, wird es doch in ihr zu Gift. Wie denn der Teufel ein Engel war, als er aber nichts Gutes wollte, so ward ihm sein himmlich Wesen doch zum Höllengift, und blieb sein böser Wille einmal böse wie das ander.

31. Also ist uns hoch zu betrachten unser Leben, was wir wollen tun und fürhaben; wir haben Böses und Gutes in uns: In welchen wir unsern Willen schöpfen, dessen Essenz wird in uns rege, und solche Eigenschaft ziehen wir auch von außen in uns. Wir haben beide Mysteria, göttlich und teuflich in uns, von beiden ewigen Welten, und auch der äußern Welt; was wir aus uns machen, das sind wir; was wir in uns erwecken, das ist in uns rege; führen wir uns zum Guten, so hilft uns Gottes Geist; führen wir uns aber zum Bösen, so hilft uns Gottes Grimm und Zorn. Was wir wollen, dessen Eigenschaft kriegen wir einen Führer, und dahinein führen wir uns: Ists doch nicht der Gottheit Wille, daß wir verderben, sondern seines Zorns, und unser eigen Wille.

Also verstehen wir den fünften Punkt, wie ein Leben verderbe, wie aus Gutem ein Böses werde, und aus Bösem ein Gutes, wenn sich der Wille umwendet.

 

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                                                                                                               [Do umieszczenia na stronie Gnosis przygotowa³ Œwiatos³aw Florian Nowicki.]

 

Szeœæ punktów teozoficznych
 

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